Alexandre Sandier, architecte et céramiste
Freitag 04 September 2026
Jeder Keramikliebhaber kennt den Namen Alexandre Sandier. Denn sein Eintritt in die Manufacture Nationale de Sèvres im Jahr 1896 und seine Ernennung zum Direktor für Kunsthandwerk im folgenden Jahr verschafften ihm einen Ruf, der weit über die Grenzen Frankreichs hinausreichte. Als Vorreiter des Jugendstils brachte er fast zwanzig Jahre lang Innovationen in die Produktion der Manufaktur von Sèvres ein und verhalf ihr so dazu, ihren Platz unter den innovativen Keramikindustrien zurückzugewinnen. Die auf der Weltausstellung von 1900 präsentierten Stücke, die aus einer Zusammenarbeit mit anderen Künstlern hervorgingen, sind der beste Beweis dafür.
Doch wie sah es zuvor aus? Alexandre Sandier machte sich zunächst durch seine Arbeit als Architekt einen Namen, insbesondere durch die Innenausstattungen, die er während seines Exils zwischen 1868 und 1881 in den Vereinigten Staaten entwarf, sowie nach seiner Rückkehr nach Frankreich bis zu seinem Eintritt in die Manufaktur von Sèvres. Er arbeitete fast fünfzehn Jahre lang mit verschiedenen Unternehmen zusammen, darunter die Faïencerie de Sarreguemines. Für sie entwarf er eine ikonische Schale und mehr als dreißig Modelle dekorativer Paneele.
Obwohl zu bestimmten Aspekten seines Schaffens bereits verschiedene Untersuchungen durchgeführt wurden, gibt es bis heute kein ihm gewidmetes Werk, das einen umfassenden Überblick über sein Leben und sein Werk bietet. Dies ist zum einen auf das Fehlen öffentlicher Archive zurückzuführen, zum anderen aber auch darauf, dass seine Werke selten signiert sind.
Der Erwerb des Bildes „Kleopatra“ im Jahr 2024 und die Entdeckung privater Archive bieten den Museen von Sarreguemines die Gelegenheit, eine Retrospektive über den zugleich bekannten und doch wenig beachteten Alexandre Sandier zu veranstalten und Werke sowie Forscher zusammenzubringen, um diesen Künstler vorzustellen.
Die Ausstellung findet vom 3. April bis zum 24. Dezember 2027 im Musée de la Faïence statt.

